Bericht - Jahr 2020

2020

Situation

Das Jahr 2020 war für unsere Einsätze in Sumbawanga durch die Corona-Situation nicht ganz einfach. So wurden die Frühjahrseinsätze ausgesetzt und nun auch die Herbsteinsätze. Hinzu kamen die Quarantäne-Regelungen, die einige Teammitglieder zur Absage zwangen. Ich selbst war im Januar, März, August und Oktober in Sumbawanga und konnte eine Reihe von organisatorischen und inhaltlichen Fragestellungen klären sowie mich aktiv in das Wundmanagement einbringen.

Wir haben mit Eurer/Ihrer Unterstützung trotz eines nicht unerheblichen Spendenrückgangs (- 70.000 €) eine Reihe von Patienten unterstützen können, die komplett mittellos waren.

Wir haben einige Anschaffungen (neuer Monitor für die Anästhesie, Blood Bank Refrigerator, Ultraschall-Gerät für die Reinigung von Instrumenten, Hochdruckreiniger für den OP-Bereich, OP-Wäsche, Verbandsmaterial, Medikamente, Geräte und Material für die Physiotherapie und für das Labor, Ersatzteile für das mobile Röntgengerät, Beamer für die Ausbildung, Ausstattung der Maternity, Reparatur des Sterilisators, Ersatzteile für den Generator, Schutzausstattungen für Covid-19-Patienten, Ersatzteile OP-Lampen) getätigt, die unseren Freunden und uns in der täglichen Arbeit vor Ort helfen.

Für all die Unterstützung sage ich Dank und verneige mich. Es immer wieder beeindruckend, wie dieses seit 10 Jahren funktioniert.

Wir haben in diesem Jahr sehr viel für die Ausbildung (Fachausbildung, Schulausbildung) des Personals investiert. Dazu gehören Alphonce, Geofrey, Silas, Samaje, Ahazi, Ayubu, Victor, Thomas, Jipemba. Das zahlt sich inzwischen an vielen Stellen aus. Dafür 3 Beispiele:

Die Organisation in Sumbawanga hat sich doch wieder geändert. Dr. Jipemba, der inzwischen einen Regierungsvertrag hat, wurde jetzt kurzfristig abgezogen und musste auf Weisung des District Medical Officers in einem Health Center 100 km von Laela entfernt aushelfen. Im Moment steht nicht fest, wie lange dieser Zustand dauern wird. Neu hinzugekommen ist nun Dr. Gabriel, der als Medical Officer in Charge fungiert. Er macht einen sehr guten und souveränen Eindruck und ist lernfähig. Er wird unterstützt von Dr. Frank, einem jungen Arzt, der noch Erfahrung braucht, aber sehr interessiert ist. Dr. Keneth befindet sich noch in der Ausbildung zum Cataract-Surgeon.
Unser Freund Francis Ndaga in Dar-es-Salaam hat uns auch in diesem Jahr wieder intensiv unterstützt. Ohne seine persönlichen Kontakte würden viele Dinge nicht umgesetzt werden können. Die Regierung von Tanzania hat die Verfahren zu Genehmigungen in den meisten Bereichen auf ein Online-Verfahren umgestellt. So benötigen wir für die Visa-Beantragung beim Immigration Department zwischen 2-4 Tage, für die Genehmigung des einzuführenden Materials (ohne Gifte) bei TMDA 3-5 Tage und für die Arbeitsgenehmigung für Ärzte und Schwestern/Pfleger 3-4 Wochen. Wir haben im Oktober nochmals darauf hingewiesen, dass wir künftig mit einer Ausnahmegenehmigung für die Zahlung einer Gebühr für Ärzte und Schwestern/Pfleger arbeiten möchten. Eine finale Entscheidung steht noch aus, auch wenn man Wohlwollen signalisiert hat. Dazu gibt es auch Intervention des Bischofs von Sumbawanga. Das Augen-Team um Dr. Karsten Paust konnte im Oktober das neue Out Patient Department (neues Gebäude) nach 4 ½ Monaten Bauzeit unter der Leitung von Dr. Liberator, die inzwischen ihre Ausbildung zum Cataract-Surgeon abgeschlossen hat, in Betrieb nehmen. Es wird noch ein OP-Trakt folgen. Auch dazu kann nur Respekt zollen. Das Deutsche Komitee zu Verhinderung der Blindheit hat hier ganze Arbeit geleistet. Es wurden auch im Oktober zum wiederholten Male Ärzte und Schwestern/Pfleger in der Augenheilkunde praktisch trainiert.

Einsätze 2021

Für das kommende Jahr plane ich folgende Einsätze:

Finanzierung

Es steht eine weitere Anschaffung für den Anästhesiebereich an. So soll ein neues Anästhesiegerät beschafft werden. Dieses soll möglichst batteriebetrieben werden können und einen integrierten Oxygenator mit einer Kapazität von 10 Litern sowie einen integrierten Monitor enthalten. Der Gesamtpreis liegt bei 20.000 €. Von der Interplast-Stiftung sind 12.000 € als Zuschuss zugesagt. Das bedeutet, dass wir die Differenz noch aufbringen müssen. Hintergrund ist, dass die vorhandenen Geräte reparaturanfälliger geworden sind. Vor Ort werden durchschnittlich 150 Operationen im Monat durchgeführt. Davon ein Großteil als ITN. An dieser Stelle sei der Hinweis gestattet, dass wir für die Einsätze im Durchschnitt 2.000 € pro Person kalkulieren müssen. In diesen Kosten sind enthalten Flugkosten, Transport von Mbeya nach Sumbawanga und zurück, Unterkunft, Verpflegung, Diesel für den Generator, Verbandsstoffe, Medikamente, Transport von Material nach Sumbawanga, Versorgung von Patienten enthalten. Ein weiterer Hinweis sei gestattet. Das Krankenhaus hat für das Jahr 2020/21 ein Budget von 820.000 €. Davon müssen 95 Mitarbeiter sowie der laufende Betrieb des Krankenhauses beglichen werden. Dieses Budget wurde im Juni um 20% gekürzt. Bisher betrug unser Beitrag ca. 20%. Dieser Anteil ist für das Krankenhaus wesentlicher Bestandteil der Fortführung. Würden wir auf das vorhandene Material des Krankenhauses zurückgreifen, würden wir bei den Einsätzen etwa 80 % des Jahresbudgets verbrauchen. Wenn Einsätze durchgeführt werden, können wir im Durchschnitt 250 – 300 Operationen p.a. anbieten. Die Kosten pro OP belaufen sich auf ca. 240 €.